Neues zu Zeichnung, Illustration, Comic

Hochschule Hannover, Visuelle Kommunikation

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Neues zu Zeichnung, Illustration, Comic

Hochschule Hannover, Visuelle Kommunikation

Ankündigung: Exkursionen!

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Ankündigung: Exkursionen!

Liebe Studierende,

Im Sommersemester 2020 sind zwei Exkursionen geplant, eine Kleine und eine Grosse.
Die Grosse: Vom  4. – 6. Juni werden wir einen Stand im Jungen Forum des internationalen Comicsalons Erlangen bespielen. Für diese Exkursion können sich bis zu 15 Personen bei mir anmelden. Passionierte Zeichner werden bevorzugt.
https://www.comic-salon.de/de
Jeweils Dienstag, 12:30 – 14:00 Uhr findet ein Wahlkurs statt, in dem wir die Gestaltung des Standes planen und was auf diesem Tisch liegen wird.

Die Kleine: Vom 12. – 13. März
Symposium Politische Zeichnungen und Bildräume an der Züricher Hochschule der Künste

Die Exkursion wendet sich an eine kleine Gruppe von Interessierten. Bis zu 6 Personen können mitfahren.

Anmeldung bei mir bitte bis zum Ende des Wintersemesters = Ende Januar, denn Beginn des nächsten Semesters ist es zu kurzfristig. 
Auf Grund der Haushaltsperre werden Exkursionen im Moment nur schwer genehmigt, aber weil wir äusserst sparsam sind, wurde sie uns doch erlaubt. Ihr werdet in Zürich bei Züricher Studenten untergebracht. Die Fahrtkosten werden leider nur in  der billigsten Variante übernommen: Flixbus, Dauer der Fahrt: 11 Stunden. Abfahrt 11. März, Rückfahrt nach Wahl. 

Politische Zeichnungen und Bildräume
«Auschwitz und Hiroshima machen mehr Sinn als dunkle Comic-Kataklysmen denn als Ereignisse der realen Welt. In der allzu realen Welt von heute lebt Captain Americas schändlichster Bösewicht, der Red Skull, auf dem Bildschirm wieder auf, und der Orange Skull sucht Amerika heim. Der internationale Faschismus braut sich wieder zusammen (wie schnell wir Menschen vergessen – studiert die Comics des Goldenen Zeitalters gut!), und die Verwerfungen, die sich durch den globalen wirtschaftlichen Zusammenbruch von 2008 ergaben, haben zu einem Punkt geführt, an dem der Planet selbst offenbar auf einen Super-Gau zusteuert.»

«Ich musste einmal mehr lernen, dass alles politisch ist … genau wie Captain America, der Hitler einen Kinnhaken verpasst.»Art Spiegelman, Süddeutsche Zeitung vom 22. Oktober 2019

Das Symposium referenziert auf das Forschungsprojekt «Performative Räume. Von Buchenwald in die Schweiz» am Institute for the Performing Arts and Film (IPF) der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) und auf die Ausstellung «gezeichnet. Die ‹Buchenwaldkinder› auf dem Zugerberg», die vom 21. November bis zum 31. März 2019 im Museum Burg Zug gezeigt wurde. Kern der Ausstellung waren Zeichnungen und Bildserien, die von jüdischen Jugendlichen nach der Befreiung aus dem Konzentrationslager Buchenwald, gezeichnet wurden.

Ausgehend von den Deportationsgeschichten der jugendlichen Häftlinge aus Buchenwald, sollen während des Symposiums aktuelle Bildreportagen ausgewählter Graphic Novels vorgestellt werden, in denen Migrations-, Flucht- und Ausgrenzungserlebnisse thematisiert wurden. Die Frage nach den unterschiedlichen künstlerischen Arbeitsmethoden und Stilmitteln zum Erzählen in Bildserien (Comicstrips; Graphic Novels) sind direkt mit Fragestellungen zur historischen Augenzeugenschaft und zur performativen Eigenwirksamkeit der Bildserien verknüpfbar. Die eingeladenen Referenten*innen sind Künstler*innen, die im Medium der Graphic Novels erzählen und Wissenschaftler *innen und Historiker*innen, die sich innerhalb der Bildtheorie oder Zeitgeschichte mit Migrationsthematiken befassen.

Die Autoren*innen der Graphic Novels repräsentieren mit ihren künstlerischen Arbeiten spezifische Orte, Erlebnisse und Ereignisse, die den europäischen und nahöstlichen Grossraum erzählerisch eingrenzen. Dabei geht es weniger um einen repräsentativen Querschnitt historischer oder aktueller Krisenregionen als vielmehr um lose verknüpfte Themenbereiche, in deren Zentrum Menschen in Krisenregionen selbst als Autor*innen agieren oder deren Biografien in den Bildgeschichten dokumentiert sind. Eine zweite Perspektive kontextualisiert die Bilderzählungen mit Aspekten aktueller Migrationsgeschichte. Die Referenten*innen sind Historiker*innen und Wissenschaftler*innen, die sich mit aktueller Flüchtlingspolitik und Zeitgeschichte auseinandersetzen oder einen wissenschaftlichen Blick auf dokumentarische Bildmedien eröffnen.

Fokussiert werden die folgenden Fragestellungen: Worin liegt die erzählerische Dimension von Illustration und Bildsprache in Graphic Novels mit politischen Inhalten? Inwieweit weist die politische Zeichnung über die klassischen Dokumentationsmedien wie z.B. Fotografie oder Film hinaus? Gerade die zum Teil sehr parteiischen Positionen der Autor*innen haben neben der Bildsprache eine emotional einnehmende und eine vermittelnde Wirkung. Findet zwischen der persönlichen Konfliktbewältigung der Autor*in durch das Aufzeichnen und dem zeitintensiven, visuellen Lesen der Bildsequenzen durch die Rezipienten*innen ein performativer Austausch statt? Welche Möglichkeiten bietet die künstlerische Transformation von politischen Themen in zeitgenössischen Bildsprachen für die Darstellbarkeit von realpolitischen Konflikten und deren Wahrnehmung in der Öffentlichkeit?

Das Symposium findet an zwei Tagen an der ZHdK statt. Die von den Künstler*innen vorgestellten Arbeiten und Rechercheprozesse wechseln mit wissenschaftlichen Referaten ab und werden in Foren mit den Besucher*innen vertiefend diskutiert.

Das Symposium richtet sich sowohl an Studierende und Dozierende von Schweizer Kunsthochschulen und Universitäten als auch an ein Fachpublikum.
https://www.zhdk.ch