Neues zu Zeichnung, Illustration, Comic

Hochschule Hannover, Visuelle Kommunikation

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San Diego Comicon

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San Diego Comicon

Liebe Studierende,

Wie Ihr wisst, werde ich im Wintersemester 2019 auf Forschungssemester sein. Kai Pfeiffer wird mich würdig vertreten, wenn nicht gar besser.

Über interessante Ereignisse werde ich Euch via diesem Blog auf dem Laufenden halten. Der Mega-Event San Diego Comicon ist keine Reise wert, einen Reisebericht durchaus. Der Anlass war eine Signiertour zum Erscheinen der amerikanischen Ausgabe meines letzten Buches „Wie ich versuchte ein guter Mensch zu sein“ (Suhrkamp, 2017).

Der Alltag einer Zeichner*in ist in der Regel einsam, und die Arbeit zeitaufwändig. Der Besuch von internen Branchentreffen wie Festivals und Messen gehören ebenso zum Beruf, aber sie sind die Kirschen im bröseligen Kuchen des Zeichnerlebens.

Freitag Abend campen lange Schlangen vor dem Eingang zu Halle H. Manche angeblich seit Donnerstag.

Morgens

Lauter Jubel auf den letzten Metern, manche filmen sich beim Übertreten der Schwelle.
Wir haben Gästeausweise und kommen ohne Wartezeit in die anderen Hallen. Zu den Comics.
Näher bin ich Halle H nicht gekommen. Was hätte uns dort erwartet?  Kino & Fernsehen, exklusiv produzierte Trailer, Stars und Gimmicks. Riesige Werbebanner auf den Hochhäusern rund um warben für neue Serien. Umsonst gab es nichts, und es wurde empfohlen, Halle H nach dem Betreten unter keinen Umständen zu verlassen (es gibt Toiletten in Halle H), weil man nicht wieder reinkommt ohne sich sich neu hinten anzustellen.

Am nächsten Abend bildet sich eine neue Schlange, für die Armbänder, die es braucht, um sich in die Schlange vor Halle H einzureihen. Die olfaktorische Situation in Halle H möchte ich mir nicht vorstellen.
Im Bereich der alternative Comics ist es ruhiger. Gilbert und Jaime Hernandez, zwei Götter des zeitgenössischem Comic, haben nichts zu tun. Das sagt Einiges über diese Veranstaltung.
Die neueste Ausgabe von Love and Rockets, Fantagraphics, 2019
Simon Hanselman hat derzeit immer und überall eine Schlange. Er signiert neben mir, ich habe Zeit, ein Interview mit ihm im Comicsjournal nachzulesen. 

Simon Hanselman, Backcover von „Meg & Mogg in Amsterdam“
Dame Darcy (hinter mir) trägt kein Kostüm. Sie ist eine Meerjungfrau.
Dame Darcy’s Neuerscheinung. Eine Rezension darüber könnt Ihr hier nachlesen: http://www.tcj.com/reviews/the-meat-cake-bible/

Auf dem Podium mit RJ. Casey, Simon Hanselmann, Trina Robbins und Dame Darcy.
Blick ins Publikum.
Seth (rechts) spricht eloquent über die Arbeit an seinem letzten Buch „Clyde Fans“.
Eine etwas ungnädige Rezension von Austin English kann man hier nachlesen.

Eddie Campbell hat sich noch einmal seinem alten Meisterwerk „From Hell“ (Text: Alan Moore) zugewandt. Er gibt ehrlich ein Gespräch mit den Verlegern wieder. „Was können wir tun, um „From Hell“ nochmal zu verkaufen? Wir könnten eine colorierte Fassung herausbringen!“ Alan Moore interessiert sich wenig dafür, genauso wenig, wie für Tantiemen von Verfilmungen seiner Stoffe (Z.B.: Watchman uva.). Er wollte sie nicht, weil er die Filme ablehnt. Der farbigen Neuveröffentlichung stimmte er zu und sagte: „Gebt das Geld dem Zeichner.“ Eddie Campbell macht es Spass, sagt er, mit den alten schwarz-weissen Tuschezeichnungen zu arbeiten. Er nutzt auch gleich die Gelegenheit, hier und da Fehler auszubessern, die ihn seit 20 Jahren gestört hatten. Nicht, dass die Seiten es nötig hätten.

Text über „From Hell“ von Georg Seesslen

Vor meiner Lesung wird mir von einer freundlichen Dame ein Preis überreicht: ein „Inkpot Award for Achievements  in Comic Arts“. Mitgeliefert wurde eine massgefertigte goldene (nicht wirklich) Schachtel und (wie aufmerksam) ein kleines güldenes Poliertuch für Awards.
Im Preis inbegriffen ist ein lebenslanges Freiticket für die San Diego Comicon, nicht nur für mich sondern auch für meine Familie. (müsste aber trotzdem Schlange stehen für Halle H).
Chris Ware bekam ebenfalls einen Inkpod Award, sowie Eddie Campbells neue Partnerin Audrey Niffenegger.
Chris Wares Diagram von der Innenseite des Schutzumschlags von „Jimmy Corrigan, Der klügste Junge der Welt“ (Reprodukt)